Die Wissenschaft, dein ständiger Begleiter

Ein studentischer Gastbeitrag von Nancy Kreusel

Am Flughafen angekommen studierten wir die Anzeigetafeln auf der Suche nach unserem Check-in-Schalter. Zeiten, Flugnummern und Ankunftsziele sind auf ihnen systematisiert angelegt. Fluggästen ist es somit möglich, selbstständig ihren Schalter zur rechten Zeit aufzufinden. Hinter dieser Orientierungshilfe steckt eine Menge an Wissenschaft oder wie im Volksmund zu hören: „Das ist eine Wissenschaft für sich!“. Welch forschender Aufwand einst für diese Errungenschaft aufgewendet wurde, lässt sich nur erahnen, denn wir sprechen hier nicht nur von dem technischen Aspekt, sondern blicken vielmehr auf die Verzweigungen verschiedener Variablen, wie der Uhrzeit oder der Vergabe von Flugnummern passend zu den Abflugs- und Ankunftszeiten.

Wofür waren noch gleich die Zeiten auf den Anzeigetafeln?

Nun, der Flieger hat Verspätung, die Leute beginnen über den Zusammenhang zu spekulieren: Gibt es einen technischen Defekt oder gar einen Notfall an Board? Ist die Fluggesellschaft auf Sparkurs und cancelt den Flug? Die Menschen assoziieren sogleich mit ihren Erfahrungen und bilden Hypothesen. Sie beginnen sich und anderen Fragen zu stellen, in der Hoffnung eine der Vermutungen bewahrheitet sich.

Zum Glück wurde die Hypothese, dass der Flug gecancelt wird, falsifiziert.

Mit einer halben Stunde Verzögerung sitzen wir schließlich im Flugzeug. Jedes Mal kommen mir die Sitzreihen und der Abstand zwischen ihnen enger vor, es gibt nicht einmal mehr eine Kopfhörerbuchse, geschweige denn einen Bildschirm für die linke oder rechte Sitzreihe. Wie gerne hätte ich nun einen Fragebogen der Fluggesellschaft, um meinen Frust über die Sparmaßnahmen auszulassen. Aber natürlich gibt es den nicht… nicht mehr? Diese Datenerhebung würde mich brennend interessieren, und meine innerlich gestellte Frage: „Empfinden das andere auch so?“, könnte mir Sicherheit in meinem Beurteilungsvermögen geben.

Wie verlässlich ist denn nun die Wissenschaft?

Während ich verträumt aus dem Fenster schaue, kommt mir der Gedanke, welches Wetter mich zu dieser Jahreszeit wohl auf Mallorca erwarten wird. Ich schlage den Reisführer auf und blicke auf das Klimadiagramm. Zwei Kurven zeigen mir die minimale und maximale Durchschnittstemperatur der letzten Jahre an. Begeistert sehe ich das Intervall von 7-15 Grad Celsius – „Endlich nicht mehr frieren an Silvester“, denke ich bei mir. Sehr praktisch, dass sich bestimmte Leute damit jahrelang beschäftigen, Temperaturen zu messen und es anderen, z. B. mir,  zur Verfügung stellen. Während ich auf meinen Koffer warte scrolle ich den aktuellen Wetterbericht auf meinem Handy durch, um zu sehen, ob das Klimadiagramm Recht hatte. Die nächsten Tage soll die Sonne scheinen und mich erwarten Temperaturen von bis zu 17 Grad Celsius- Na, das werde ich dann mal überprüfen…. Das ist Wissenschaft.

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Zur Autorin: Nancy Kreusel studiert Lehramt Primarstufe in den Fächern Deutsch und Sachunterricht, ist seit vielen Jahren an einer Berliner Grundschule im gebundenen Ganztagsbetrieb als Erzieherin tätig und wurde Dank der Wissenschaft sicher wieder nach Hause geflogen.


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