Perspektivenwechsel

Ich brülle mir die Seele aus dem Leib, wirklich, ich brülle lauter als alle anderen. Seit Stunden finde ich, dass ich so klinge wie die anderen, bei denen kurz danach ein Schrei folgte. Und dann, irgendwann, ist es auch bei uns soweit.

Mein Baby kommt auf die Welt

Meine Prioritäten verschieben sich. Ich denke weniger über Wissenschaft nach, aber die Wissenschaft hilft mir beim Denken. In der Mama-Bubble kursiert ganz schön viel Schwurbel. Von der Vertetungshebamme erfahre ich, dass Weleda mal gut war, aber jetzt nicht mehr, die machen nämlich gar nicht mehr so gute Homöopathie. Die Hebamme nennt eine andere Marke, die gut sei. „Und was ist da drin?“, frage ich, wohl wissend, was in Homöopathie so drin ist, „Na, Alternativen!“, ist die Antwort. Nun denn. Mir egal, die Hormone machen mich ruhig.

Trotzdem google ich alles, was mit Baby zu tun hat. Schnell habe ich einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu Babyernährung, Schlaf und Gewohnheiten – und dann mache ich doch das meiste intuitiv.

Erziehung ist keine Wissenschaft

Als Mama bin ich einfach Mama. Ich muss mein Bauchgefühl nicht wissenschaftlich begründen können (aber ich freue mich dennoch, dass das schon alles passt). Wenn mein Kind aber in die Kita geht, erwarte ich von den Pädagoginnen und Pädagogen, dass sie wissenschaftlich ausgebildet sind. Denn nur dann dürfen sie mitreden (Übrigens unabhängig davon, ob sie selbst Kinder haben).

Ich gehe in die Kita

Wissenschaftlich gesehen. Ich verlasse die Schule als Forschungsfeld und wende mich der KiTa zu. Nach meiner Promotion zu schulischer Inklusion an der Uni Potsdam habe ich mir eine neue Herausforderung gesucht. Ich möchte einen stärkeren Praxisbezug und mit unterschiedlichen Akteuren kommunizieren. Deshalb verlasse ich meinen Elfenbeinturm und stürze mich ins Getümmel. Seit Ende 2020 arbeite ich im Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung. Hier forsche ich auch, allerdings mit einem starken Praxisbezug. Ich freue mich auf diese neuen Perspektiven und lade euch ein, mitzuverfolgen, wie sich diese Perspektivenwechsel auf den Blog auswirken werden.


Ein Gedanke zu “Perspektivenwechsel

  1. Was für ein wunderbarer Beitrag! Herzlichen Glückwunsch zum Mama sein!
    Ich bin sehr gespannt, welche Praxiserfahrungen Sie demnächst machen werden. Wünschenswert ist es, wenn nicht nur die schulische Inklusion, sondern auch die Teilhabe und die Chancengleichheit in der Kita weiter vorangetrieben wird. Denn auch Kita hat einen Bildungsauftrag, in dem jedes Kind individuell gesehen werden muss. Ich bin auch sehr gespannt zu erfahren, welche Standpunkte Sie finden werden zu unterschiedlichen pädagogischen Konzepten in der Kita. Und wie Sie zur Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern stehen und welche Weiterbildungen Sie vorschlagen werden. Aus meinem Hintergrund ist die Resilienzentwicklung von Kindern in dieser Zeit wichtig, auch hier hat Kita einen Beitrag zu leisten. Schlussendlich wird es spannend bleiben was dies alles für die Qualitätsentwicklung in der Kita ausmachen wird und natürlich welche Auswirkungen es für Sie persönlich hat als Mama hat.
    Es ist etwas so Wunderbares, ein Kind aufwachsen zu sehen !
    Für Sie und unserer*m „neuen Erdenbürger*in“ alles Gute!
    Manuela Kiss

    https://manuela-kiss-1.jimdosite.com/

    Gefällt 1 Person

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